Die Praxis-Regeln und dein Selbstcheck
Geschafft! Du hast alle Inhalte durchgearbeitet. Diese letzte Lektion bündelt alles in eine handliche Form, die du dir merken und im Alltag abrufen kannst.
Die zehn goldenen Regeln der sicheren KI-Nutzung
- Keine Patientendaten in Cloud-KI. Kein Name, kein Geburtsdatum, kein Befund, keine identifizierende Beschreibung.
- Auch indirekte Hinweise sind Patientendaten. Wenn die Person erkennbar wird, ist es zu viel.
- Im Zweifel anonymisieren – oder die Aufgabe gar nicht mit KI lösen.
- Jede KI-Antwort gegenprüfen. Die KI klingt sicher, auch wenn sie falsch liegt (Halluzinationen).
- Keine medizinischen Entscheidungen an die KI delegieren. Sie hilft bei der Form, nicht beim Entscheiden.
- Quellen der KI niemals blind glauben. Studien und Leitlinien können erfunden sein.
- Nur freigegebene Werkzeuge nutzen. Keine “Schatten-KI” mit privaten Apps.
- Die Faustregel anwenden: “Würde ich das einem Fremden auf der Straße erzählen?”
- Fehler sofort melden – ohne Angst. Schnelligkeit zählt (72-Stunden-Frist).
- Im Zweifel fragen. Lieber einmal zu viel nachfragen als einmal zu viel riskieren.
Dein Selbstcheck
Geh die folgenden Fragen ehrlich für dich durch. Wenn du bei einer unsicher bist, lies die passende Lektion noch einmal.
Frage 1: Eine Kollegin will einen Arztbrief mit Patientenname von ChatGPT zusammenfassen lassen. Ist das in Ordnung?
Nein. Identifizierbare Patientendaten gehören nie in eine Cloud-KI. Lösung: anonymisieren oder ein freigegebenes, datenschutzkonformes Tool nutzen. (Lektion 4)
Frage 2: Die KI nennt dir eine konkrete Studie mit Autor und Jahr als Beleg. Kannst du dich darauf verlassen?
Nein, nicht ungeprüft. KI erfindet Quellen, die echt aussehen. Immer selbst verifizieren. (Lektion 3)
Frage 3: Du möchtest einen freundlichen Aushang über geänderte Öffnungszeiten formulieren lassen. Erlaubt?
Ja. Hier sind keine Patientendaten im Spiel – ein typischer guter Einsatz. (Lektion 6)
Frage 4: Dir fällt auf, dass du gestern versehentlich einen Befund mit Namen in ein KI-Tool eingegeben hast. Was tust du?
Sofort intern melden (Praxisleitung / Datenschutzbeauftragte), dokumentieren, nicht verschweigen. (Lektion 7)
Frage 5: Du hast eine tolle neue KI-App entdeckt und möchtest sie beruflich nutzen. Was machst du zuerst?
Vorher mit der Praxis klären, ob sie freigegeben werden kann. Keine eigenmächtige Nutzung. (Lektion 5)
Die drei Merksätze fürs Gedächtnis
Wenn du dir nur drei Sätze merkst, dann diese:
1. Patientendaten bleiben in der Praxis.
2. Die KI klingt sicher – das heißt nicht, dass sie recht hat.
3. Im Zweifel: anonymisieren, prüfen, nachfragen.
Der 3-Sekunden-Check für jeden Tag
Vor jeder KI-Eingabe:
- Steckt ein identifizierbarer Patient drin?
- Verlasse ich mich auf die KI für eine medizinische Entscheidung?
- Nutze ich ein freigegebenes Werkzeug?
Geschafft
Du hast jetzt das Rüstzeug, um KI im Praxisalltag sinnvoll und sicher zu nutzen. KI ist ein starkes Werkzeug – und mit dem Wissen aus diesem Kurs wird sie zu einem, das dir hilft, ohne dich oder unsere Patienten zu gefährden.
Bei Unsicherheiten gilt immer: Lieber kurz nachfragen, als auf Verdacht handeln. Danke, dass du dir die Zeit für diese Schulung genommen hast.